Donnerstag, 2. Mai 2019

Battery Blues, die Zweite!

Letzten Juni in Arrecife, Lanzarote, gingen unsere Service-Batterien in die Knie und wurden mit neuen (angeblich AGM) Batterien ersetzt. Wir waren wirklich überrascht, als gestern Abend, nachdem wir einige Stunden motort und die Batterien auf 100 % geladen hatten, die Wasserpumpe kaum genug Kraft zum Fördern hatte und kurz darauf der Tiefentlade-Alarm los ging! Die Service-Batterien waren leer. Solange der Motor, Sonne und Wind Strom produzierten, machten die Batterien noch mit, bei Dunkelheit, Windstille und ohne Landstrom war dann "Ende der Fahnenstange". Es geht eben immer genau das kaputt, woran man am wenigsten denkt. Da wir hier auf São Jorge die nächsten Tage auf ein gutes Wetterfenster für die Weiterfahrt warten müssen - bei uns herrscht das Azoren-Tief - haben wir wenigstens ein Projekt, es könnte uns ja langweilig werden...

Wo man solche Batterien, auf der Insel kaufen kann, müssen wir zuerst herausfinden. Vielleicht machen wir mit der Fähre einen Einkaufsbummel in Horta - wir haben ja schon Heimweh.



Ein paar Bilder von unserer ersten "Überfahrt":

Liisa steuert frohgemut aus dem Hafen von Horta.


Velas, São Jorge von See aus.


Dicker Frachter hinter der Mole - wir sind da.


Mittwoch, 1. Mai 2019

Tief, tiefer, Azoren!

Wir haben Horta schweren Herzens verlassen und machten einen Testschlag nach Velas, São Jorge, wo es uns immer wieder gefällt! Zum Glück ist es schön hier, mit dem Weiterfahren ist für die nächsten Tage Schluss! Wegen eines grossen Hochdruckgebiets über Island werden alle Tiefdruckgebiete Richtung Azoren gedrängt, was für die Jahreszeit ungewöhnlich ist. Alle 24 Stunden einen kräftigen Tiefausläufer über uns ergehen lassen, das tun wir uns auf offener See nicht an. Es ist also Geduld angesagt. More tomorrow.


Unsere professionelle Wetterberatung (wetterwelt.de) kann uns zwar alles erklären, aber das Wetter auch nicht beeinflussen...

Freitag, 26. April 2019

Abschied tut weh!

Dieses Mal fällt es mir, ich glaube uns beiden, sehr schwer die Leinen zu lösen und in See zu stechen! Wir müssen weiter, es gibt noch so viel zu sehen. Wären wir ein paar Jahre älter, hätten wir kein Schiff, ich glaube wir könnten hier bleiben und alt werden. Aber unsere Reiselust ist noch lange nicht befriedigt, wir haben noch ein paar Pläne, also werden wir Horta "good bye" sagen müssen, vielleicht kommen wir eines Tages zurück. Das Boots-Logo bekam ein update, es war ein guter Winter auf Faial.


Wenn man sein Boots-Logo am Hafen von Horta lässt, so verspricht das guten Wind  - und allenfalls eine glückliche Wiederkehr!

Sonntag, 21. April 2019

Auf dem Pico Alto

Sie haben es getan, sie haben den Pico Alto bestiegen. Sechs Stunden steiler Auf- und Abstieg mit zwei Stunden Regen... Helden!

Liisa am Kraterrand



Gipfelphoto


Bilder: Philip Schönholzer

Der Aufstieg wird von der Bergwacht per GPS-Tracker verfolgt, wenn man oben war, bekommt man dieses Zertifikat.


Übrigens: Ich hab' mich gedrückt, hi, hi!

Freitag, 19. April 2019

Countdown läuft...

In der Marina geht es wie in einer Zugvogelkolonie: Im Frühling wird's unruhig, viele wollen weiter!
Auch wir haben Pläne, die ich natürlich noch nicht verrate. Am Schiff gibt's ein paar Kleinigkeiten zu machen, dann sind wir bereit - Ende Monat wollen wir los.

Wir geniessen ein paar Tage mit Philip und Marie (Sohn und Schwiegertochter), welche zu Besuch sind. Mit der kleinen Fähre ging's nach Madalena, Pico.


Alte Kachel am Eingang eines lokalen Hauses: "Liebe wird mit Liebe bezahlt".


Im Weinbaugebiet warfen wir einen Blick in die Rebgärten. Die Reben sind frisch geschnitten, es tut sich aber noch nicht viel. Die Reben müssen vor dem Wind mit Steinmauern geschützt werden, das ganze Gebiet ist mit Rechtecken überzogen.


 Wanderweg zwischen engstehenden Steinmauern.


Nettes Häuschen, etwas grösser müsste es für uns schon sein...


Natürlich drängte Liisa ans Meer. Beim berühmten Naturpool stehen heute hohe Wellen, das ist zu gefährlich!


Ein paar giftig aussehende Quallen wurden angespült, portugiesische Galeeren im Kleinformat?


Gruppenbild.


Wir wandern gemütlich nach Madalena zurück, selbstverständlich nicht ohne ausgiebige Weinprobe. Anders kann man sich ja nicht erklären, warum jemand bei 19 °C Luft- und ca. 15 °C Wassertemperatur (Philip fand, es seien gefühlte 9 °C) unbedingt noch schwimmen muss.


Gegen Abend grüsste sogar der Pico alto aus den Wolken - lange nicht mehr gesehen!


Und zum Schluss noch dies: Tafel im Café des Fährterminals in Madalena.


Ich bin zwar nicht perfekt, aber zwei von drei ist doch ganz ok?

Der perfekte Mann

trinkt nicht
raucht nicht
betrügt nicht

...also gibt's ihn nicht

Freitag, 12. April 2019

Düster, düster...

Es gibt sie, die seltenen, düsteren Tage in Horta!


Donnerstag, 11. April 2019

Kleine Freude

Manchmal freue ich mich auch über ganz kleine Erfolge!

Die Luke von unserem Bad stand in den letzten Wochen häufig einen Spalt breit offen und obwohl wir die Gewinde an den Schraubverschlüssen gegentlich schmieren, rosteten sie im Bad fest und liessen sich nicht mehr drehen. Wir behalfen uns bei Regen mit einem Holzkeil, allerdings mussten wir vor der Weiterfahrt eine sichere Lösung finden. Wir wollen unser Schiffchen ja wieder vom Wohnwagen- in den Schifffahrtsmodus bringen, dann muss die Luke dicht sein und allenfalls sogar Wellenschlag aushalten...

Ein mehrtägiges Einweichen mit WD 40 brachte enttäuschend wenig und gutes Zureden half auch nichts - es blieb nur rohe Gewalt! Dass die eingepressten Buntmetallgewinde dabei aus dem Kunstoffknopf gerissen würden, nahm ich in Kauf. Nach minutenlangem Gewürge mit einer hässlichen Polygrip-Zange waren die Drehknöpfe weg, die Gewindebolzen am Luk waren noch gut. Eine erste Reparatur sah dann so aus: funktionell, dicht, aber hässlich.


Da sich die Schraubverschlüsse genau auf Kopfhöhe befinden, kamen mir bei der Vorstellung von heftigem Seegang sehr unschöne Bilder in den Sinn ... so geht das nicht!

Hier auf der Insel gibt es weder für viel Geld noch gute Worte solche Ersatzteile, da war Improvisation gefragt. Ich war wirklich überrascht als ich feststellte, dass jeder Drehknopf aus fünf (5!) Teilen besteht. Die abgemurksten Teile befanden sich alle in noch recht gutem Zustand. Nach einer Reinigung mit Seife und einer Entfettung mit Alkohol (nur die Teile, es war noch lange nicht vier, Roswitha) fand ich eine Wiederbelebung der beiden Drehknöpfe einen Versuch wert.


Eine mit Bordmitteln gebastelte "Gewindepresse" aus einem 8 mm Bolzen und einer Flügelmutter, brachte die ausgerissenen Buntmetallbuchsen an ihren Platz zurück. Ein bisschen Klebstoff spielte auch noch eine Rolle.


Nach 24 Stunden Trocknungszeit passt alles wunderbar zusammen, die Gewinde wurden mit seewasserbeständigem Fett gepflegt und drehen besser als neu!


Das Fenster wird natürlich von der Metallbuchse und nicht vom angeklebten Plastikdrehknopf gehalten...