Montag, 15. Mai 2023

Borkum, Layday 1

 Doch, es ist schön einmal einen ruhigen Tag einzuziehen. Wir genossen unser gemütliches Frühstück, duschten, pusselten etwas am Schiff und schon war der Morgen vorbei. Ein kleiner Mittagsschlaf, ein Spaziergang um den Hafen, ein Bierchen im Café des Yachthafens und schon ist's Abend. Natürlich planten wir unsere Weiterfahrt und hatten einen Schwatz mit dem Schiffsführer des Rettungskreuzers, welcher hier in Borkum seine Station hat. Der Wind legt zu, das Wetter wird schlecht - keine dumme Entscheidung hier zu warten.

Das Feuerschiff "Borkum Riff" ist ein Museum, heute leider geschlossen. Werden wir morgen besuchen, Bilder im nächsten Post!


Ein Vogelparadies, das Watt. 


Viele Windparks gibt es hier, auch vor der Küste gibt es richtig grosse! Als Segler sollte man ihnen nicht zu nahe kommen.




Sonntag, 14. Mai 2023

Reif für die Insel

 Nach der langen Kanalfahrt waren wir wirklich bereit für etwas Neues: Die friesischen Inseln locken. Ein sehr erfahrener Stegnachbar versuchte uns Norderney schmackhaft zu machen. Mir ist Wattsegeln mangels Erfahrung etwas unheimlich. Also blieb nur Borkum. Wir erwischten eine wunderbareTide und liessen uns in weniger als vier Stunden nach Borkum spühlen. Am Abend zuvor hatten wir die Lotta vom Binnenhafen in den Nordseehafen verlegt. Wir füllten etwas Diesel nach und waren um acht Uhr zum Auslaufen bereit. Dies ist die letzte bzw. erste Schleuse der "Stehenden Mastroute". Bye, bye Holland.




Hello Borkum!

Das Städtchen Borkum liegt etwa 6 km nördlich des Yachthafens, also sattelten wir die Brommies, unsere Falträder, und machten eine Inseltour. Die Insel ist nett, allerdings fast zu 100% auf Tourismus ausgelegt. Deutsches Strandleben finde ich...sehr speziell!


Nicht unser Fahrrad!


Dem Löttchen gefällt es auf Borkum. Sie mag Salzwasser!


Uns gefällt es auch, wir müssen wahrscheinlich wegen Starkwind ein paar Tage warten. Sei's drum: Wartezeit ist was man daraus macht. Die ersten Fischbrötchen und das lokale Bier sind ausgezeichnet!

Übrigens: unser Stegnachbar ist jetzt auch hier, ihm passte der Wind in den nächsten Tagen auch nicht. So schlecht kann unsere Entscheidung nach Borkum zu fahren nicht gewesen sein.





Samstag, 13. Mai 2023

Delfzijl

 Die erste Etappe haben wir geschafft - und sogar einen Tag schneller als geplant! An der kritischen Driebondsbrug hat alles wunderbar geklappt, sogar ein Behördenboot war am Platz um als "Schäferhund" die ungefähr zwanzig Segelboote im Gegenverkehr durch den Engpass zu treiben. Wir waren einmal mehr über die Hilfsbereitschaft und die Freundlichkeit der Holländer begeistert. Alles ging gut.



Den Emskanal durchfuhren wir zusammen mit anderen Booten. Ich fahre nicht gern im Verband, die anderen Boote fahren mir meistens zu schnell. Als Langfahrer halte ich mich an den Grundsatz: "Go far - go slow!" Aber um die Brückenöffnungszeiten kurz zu halten, geben wir eben Gas.

Dafür mussten wir in Delfzijl dann fast eine Stunde auf die Öffnung der letzten Brücke warten. Wir vertrieben uns die Zeit mit "Schiffe kucken".


Und weil die Sonne schien, steuerte ich auch einmal :)


Lotta, unser Kanalboot, hat alles gut gemacht und alle unsere Fehler korrigiert. Ihr gefällt es in Delfzijl.


Unser Feierabendbier genossen wir in diesm Ufo-artigen Hotel. Die Aussicht war spektakulär. Wir sehen sogar die deutsche Küste.




Donnerstag, 11. Mai 2023

Groningen

"Noch sind wir ja nicht da" ist bei uns, seit der Begegnung mit Wilfried Erdmann 2016 in Shetland, ein häufig gebrauchter Satz. Aber wir können sie sehen, die Driebondsbrug! Etwa 400 m vor uns liegt sie und wenn wir morgen rechtzeitig dort sind, so können wir es schaffen. Diese Brücke wird nämlich nur einmal pro Woche am Freitag für eine halbe Stunde geöffnet.

Die heutige Fahrt nach Groningen war recht angenehm, wir kamen gut durch die Brücken und auch die Schleuse nördlich von Groningen ging ausgezeichnet. Aber bei der Plataanbrug war Schluss! Die Brücke konnte wegen einer Störung nicht mehr geöffnet werden. Nein, es waren keine schöne Gedanken, die uns in der zweistündigen Wartezeit durch den Kopf gingen. So sieht sie aus, die "Teufelsbrücke":


Nachher ging es ganz schwungvoll weiter durch die durchaus idyllische Innenstadt von Groningen.





Ein spektakuläres Panikmanöver mussten wir auch noch machen, weil wir uns verirrten und falsch abbogen. Einige Zuschauer waren sehr beeindruckt. Die hinter uns fahrenden Schiffe wahrscheinlich weniger...


Das Groninger Kunstmuseum steht direkt am Kanal.



Fast am Ziel: dort wo die Yacht vor uns steht, geht es scharf links in den Hafen. Die Driebondsbrug liegt voraus.


Interessantes Schild, welches wir an einem Irish Pub (wo denn sonst?)  auf unserem Abendspaziergang gesehen haben.


Na ja, vielleicht nicht ganz alle Probleme....




Mittwoch, 10. Mai 2023

Garnwerd aan Zee

 Eigentlich sind wir wieder "in the middle of nowhere" gelandet. Aber hier gibt es ein sehr nettes Restaurant und edle Liegeplätze. Ich finde, das haben wir uns heute verdient.



Die Fahrt begann rauh, es blies ganz nett auf dem Lauwersmeer, leider aus der falschen Richtung. Liisa stand die ganze Zeit tapfer am Steuer.


Und wenn sie kalt genug hat, wechselt sie die Jacke und den Steuerstand: man kann die Lotta nämlich auch elektrisch von Hand steuern!



Mir blieb die Aufgabe des Funkers und Navigators - ein richtiger Warmduscherjob! Der Weg in den verschlungenen Kanälen ist nicht immer einfach zu finden und jede Brücke und Schleuse muss über Funk angerufen werden - ich glaube ich habe in meinem Leben noch nie so viel gefunkt! Weil wir gut voran kamen, machten wir Halt in Garnwerd und genossen einen kurzen Spaziergang im niedlichen Dörfchen - so schön, fast kitschig!



Eine nette Kirche haben sie hier auch. Die elegante Frau davor kenne ich doch von irgendwo her?


Wir sind auf der Marschtabelle genau richtig. Morgen wollen wir am frühen Nachmittag in Groningen sein, denn am Freitag geht's um die Wurst! Die Driebondsbrug öffnet am Freitag nur für eine halbe Stunde. Da müssen wir durch, sonst heisst es eine Woche warten!!

Und zum Schluss noch dies: Dieses Haus ist wirklich speziell, "reduce to the max"! Würde ich nicht schon im Paradies leben, ich könnte mich für so etwas begeistern!






Dienstag, 9. Mai 2023

Von Leeuwarden nach Nirgendwo

 Heute Abend liegen wir hinter der Willem Lore Schleuse, etwa 5 SM östlich von Dokkum, in einer menschenleeren Marina. Es liegen aber jede Menge Schiffe hier. Ich bin bisher einer einzigen Person begegnet und das Hafengeld mussten wir in einen Briefkasten werfen, nicht einmal das Hafenbüro ist offen. 

Die Fahrt war gemütlich, es gab gelegentlich etwas fröhlichen Sprühregen und wir machten im Stadthafen von Dokkum für eine Pause fest. Dort gibt es viele Plätze für Motorboote, für Segelboote eher nicht. Der Schlick war weich und das Laub am Baum darüber noch jung, die missliche Situation dauerte nicht lange - wir kamen schnell wieder frei. Aber am frühen Nachmittag hatten wir genug, ausserdem wollten wir duschen. Da kam uns die abgelegene Marina gerade recht. Um 15 Uhr machten wir fest. Zu meiner grossen Freude gab am Abend die WC-Pumpe den Geist auf und ich durfte beweisen, dass ich ein richtiger Skipper bin. Werkzeug und Ersatzteile waren an Bord, es geht nichts über ein ausgerüstetes Schiff!

In anderen Ländern gibt es Dorfstrassen, hier sind es Grachten.


Auch viele neue Häuser gefallen uns gut.


Die Landschaft ist von Landwirtschaft geprägt, gewisse Leute reden gar von Landwirtschaftsindustrie.


Es ist doch einfach idyllisch in Friesland.



Montag, 8. Mai 2023

Von Lemmer nach Leeuwarden

 Es war eine lange, anstrengende und schöne Fahrt, acht Stunden waren wir unterwegs. Am Morgen hatten wir ein paar Probleme, wir steckten kurzzeitig im Schlick des Kanals fest und das erste Schleusenmanöver war sehr bescheiden! Anschliessend klappte alles wie am Schnürchen, Liisa steuerte fast die ganze Zeit und ich hatte die Karte und die Wegbeschreibung auf den Knien und erzählte der Steuerfrau wo sie durch fahren sollte. Volle Konzentration von uns beiden.

Gutes Timing vor dieser Drehbrücke.



Vor anderen Brücken mussten wir warten und Kringeln... (Bild vom Plotter)


Viele Seitenkanäle führen in Wohngebiete...


...wo jeder seinen eigenen Liegeplatz hat!


Der berühmte Turm in Leeuwarden steht wirklich schief!


Wunderschöner Übernachtungsplatz mitten in der Altstadt.

Kleine niedliche Skulptur im angrenzenden Park. So schnell möchten wir morgen auch unterwegs sein.