Montag, 21. Januar 2019

Steine, Steine...

Es wurde andernorts in diesem Blog schon erwähnt: Die Portugiesen sind begnadete Pflästerer und Steinhauer, selbst ein kleines Provinzstädchen - wie Horta - kann mit seinen Trottoirs (Gehsteigen) prunken. Davon ein paar Bilder:

Es gibt Muster mit einfachen Symmetrien.





Hier ist die Symmetrie schon deutlich komplizierter.



Solche Blümchen finden sich vor dem Peter's Café




Sehr beliebt sind Figuren.





Es gibt Muster, welche dreidimensional wirken.



Und wenn der Sonntagsspaziergang schon den zaghaften Frühling spüren lässt, ist es nochmal so schön hier!




Donnerstag, 17. Januar 2019

Die Walfabrik in Porto Pim

Seit ein paar Wochen ist es fertig: das neue Walmuseum in der alten Fabrik. Ein gutes Beispiel wie EU-Gelder in strukturschwachen Randgebieten sinnvoll investiert werden und so einen nachhaltigen Beitrag zum Tourismus in Horta leisten.



Die Fabrik wurde mitten im zweiten Weltkrieg mit deutscher und norwegischer Technologie gebaut, vorher wurden die mit Holzbooten gejagten und mit von Hand geworfenen Harpunen erlegten Wale, auf dem Strand zerlegt. Auf dem Höhepunkt ihrer Produktivität wurden in der neuen Fabrik, in einem Jahr, 137 Pottwale geschlachtet. Nach nur 30 Jahren wurde die Fabrik wieder geschlossen - Walprodukte (Öl und Fleisch-, bzw. Knochenmehl) wurden durch Erdölprodukte und Kunstdünger abgelöst.

Über diese Rampe wurden die Walkadaver (10 - 15 m lang, 10 - 40 Tonnen schwer) in den Innenhof geschleppt, wo sie zerlegt wurden.



Das Fett wurde anschliessend in riesigen Autoklaven, eigentlich nur grossen Dampfkochtöpfen, gekocht und das Fett ausgelassen. Das Fleisch wurde gekocht, gepresst und getrocknet, das gewonnene Mehl als Dünger verkauft.

Vier Fettkocher.


Die Fleischtrocknungsanlage.


Die Abwässer der Fabrik wurden direkt ins Meer geleitet. Der Gestank dürfte unbeschreiblich und die Bucht nicht unbedingt eine beliebte Wohnlage gewesen sein. Heute ist sie das schon, ganz recht auf dem Bild sieht man unser Traumhaus, welches wohl ein Traum bleiben wird.



Zu diesem Pottwalskelett  gibt es eine interessante Geschichte: Ein toter Pottwal wurde 2010 im Bereich des Hafens von Horta gesichtet. Da er die Schifffahrt behinderte, wurde er erst in eine Bucht geschleppt und später mit einem Kran, der am Bau der neuen Hafenmole und des Fährterminals beteiligt war, auf einen Lastwagen gehoben. Was aber tun mit 15 Tonnen übelriechendem und geblähtem Wal? Die Universität der Azoren wollte das Skelett erhalten und begrub den Kadaver erstmal für sechs Jahre in der Hoffnung auf eine "biologische" Skelettierung. Da war aber nach sechs Jahren immer noch ziemlich viel "Fleisch am Knochen", sodass zuerst eine enzymatische Reinigung und danach ein Bad in 2000 Litern Ammoniaklösung vorgenommen werden musste. Das Resultat hängt nun wohlriechend im Dachstuhl des Museums.


Wir hatten gestern unseren ersten Frühlingstag. Der Himmel war blau, die Temperatur lau und die ersten Blümchen kommen - schön!






Montag, 14. Januar 2019

Samstag, 12. Januar 2019

Wieder zu Hause

Es ist schön wieder in Horta zu sein. Wir hatten eine trublige Reise auf's Festland mit viel Familienzeit und Besuchen bei Freunden in der Schweiz und in Dänemark, welche richtig schön waren. Es wurde viel geplaudert und diskutiert - und hervorragend gegessen haben wir  auch!



Das Wetter in der Schweiz war leider oft so: Bellevue, Zürich bei zwei Grad und Schneeregen.


Abendstimmung in der Altstadt von Zürich.


 Spaziergang in kalter Winterlandschaft.


Weitere Feiertage verbrachten wir in der Nähe von Kopenhagen. Unsere Enkeltöchter sind gross geworden - der Grossvater ist selig..., die Grossmutter auch!



Wir besuchten das königliche Schloss in Kopenhagen und waren von der unglaublichen Anhäufung von Reichtum ziemlich erschlagen.



Blick aus dem Schloss in den Lustgarten.


Das ganz hervorragende Kunstmuseum in Kopenhagen musste auch noch ins Programm.


"Unsere" Mädchen im Zoo.


Wir lieben die traditionellen Bräuche in Dänemark. Neujahr ohne Kranzkuchen ist undenkbar!


Als erstes muss unser Sohn am Morgen nach seinem Aquarium schauen. Er züchtet Süsswasser-Garnelen, die finde ich sehr spannend!


Ein Mittagessen mit typischen dänischen Leckereien konnten wir nicht auslassen. Wir besuchten das von uns sehr geschätzte, kleine (Selbstbedienungs-)Restarant im Hafen von Ishoj. Unsere Schwiegertochter im vollen Einsatz. Die Milch ist für mich.


Während unseres Aufenthaltes wütet ein Sturm in der Gegend. Im Öresund gibt es praktisch keine Gezeiten, der Wind kann aber den Wasserstand ganz massiv verändern. Hier wird ein Grossteil des Wassers aus dem Hafen (Vallensbaek/Ishoj) hinausgedrückt, die Schiffe liegen zum Teil auf Grund. An diesem Tage schien die Sonne ein paar Stunden, Windböen von satten zehn Windstärken machten es aber nicht einfach, auf dem Weg zu bleiben.

 

Wenn man von den Azoren aufs Festland will, fliegt man meist über Lissabon. Wir hatten ein paar Tage Aufenthalt in dieser wunderbaren Stadt eingeplant. Eine gute Idee! Hier gibts wieder Sonne und es ist warm...


Am Ufer des Tejo, wird flaniert. Eine Strassenband von den Kapverden spielt tolle Musik zum Sundowner.



Lissabon ist eine fantastische Stadt, ich komme aus dem Staunen nicht hinaus. Der alte Lift, welcher die Unterstatdt mit der Oberstadt verbindet, ist eine Touristenattraktion.



Ich habe auf unseren Spaziergängen über hundert Bilder aufnommen und muss mich jetzt entscheiden, welche in den Blog dürfen - nicht einfach.


Das Castelo auf dem Hügel besuchen wir auch.




Eindrücklicher Blick auf den Tejo vom Castelo aus.



Der imposante Bogen des Hauptplatzes von hinten.


Brunnen mit interessantem Schatten.


Der Parque das Nações, der Park der Nationen, wollte auch wieder besucht werden. Von der Expo '98 ausgehend, entstand hier ein neuer Stadtteil mit viel Kunst und fantastischer Architektur.





Die zum Park gehörende Marina versandet langsam. Ob diese Yacht, selbst bei Springhochwasser wieder klar kommt, wage ich zu bezweifeln.



Spieglein, Spieglein...


Sogar das Shopping-Center bietet interessante Perspektiven. Ausblick auf den Bahnhof.


Nicht viele Leute warten auf die Grünphase - ich schon!


Am Freitag mussten wir früh 'raus. Der Flug nach Horta war angenehm und bei der Ankunft begrüsste uns eine wild mit dem Mast winkende Lotta. Der Schiffbauer hat während unserer Abwesenheit die Fugen im Teak des Cockpits erneuert und die Luke abgedichtet. Alles ist schön gemacht, und das Beste ist, obwohl es hier oft und stark geregnet hat, das Löttchen ist  trocken!!