Donnerstag, 19. Juli 2012

Torekov

Zuerst ein paar Bilder von gestern Abend (Varberg) Erster Abend seit langem mit Kuchenbude unten.




Dafür sah der heutige Tag so aus:


Um sechs Uhr wollte unser Päckchen-Nachbar auslaufen, also mussten wir aus dem Bett und das Schiff verlegen. Da wir nun alle auf waren beschlossen wir früh auszulaufen und den Schlag nach Torekov (etwa 42 Seemeilen) zu packen. Am Anfang konnten wir hoch am Wind segeln, nach zwei Stunden wurden die Verhältnisse unsegelbar und wir motorten den Rest. Der Autopilot arbeitete und die Damen (und Herren) lasen.


Wir liegen in Torekov am Fischersteg und gehen heute auswärts essen. Morgen geht's nach Helsingör, fast schon zu Hause :-)

Mittwoch, 18. Juli 2012

Varberg

Nach einer sehr stürmischen Nacht mit Wind bis sieben Windstärken, wussten wir heute morgen nicht so recht was Sache ist. Die Wetterdienste widersprachen sich, der deutsche Wetterdienst gab eine Starkwindwarnung heraus während die Dänen von abflauenden Winden schrieben. Da wir zuerst einmal Lebensmittel brauchten, fuhren Liisa und ich mit den Brommies in den nächsten ICA Supermarkt, welcher nicht drei, sondern sechs Kilometer entfernt war. Schön wieder einmal etwas für den Kreislauf zu tun. Der Wind flaute ab und wir gaben die Bedenken wegen hohem Seegang auf, räumten auf und fuhren los. Die erste Stunde war wirklich fetziges Segeln angesagt, danach gab der Wind immer mehr ab. Motoren mit viel Welle ist wirklich kein Genuss und unter Segeln erreichten wir wegen des fehlenden Windes kaum drei Knoten, nicht wirklich toll. Wir bissen also auf die Zähne und taumelten unter Maschine durch die recht hohen und konfusen Wellen. Zwei Stunden vor Varberg hatte Aelos (der Gott des Windes) ein Einsehen und schickte uns eine schöne Brise, welche Lotta in Rauschefahrt und unsere Stimmung wieder richtig in Schuss brachte. Da der ganze Tag die Sonne schien hatten wir - trotz der zeitweisen Flaute - einen tollen Tag.

Lindi am Rohr - da geht die Post ab!


Liisa wollte auch einmal Gas geben.


Ich nahm's heute locker.


Die Festung von Varberg - Ziel erreicht.


Dienstag, 17. Juli 2012

Lerkil

Und wieder versuchte uns der Wetterdienst ins Bockshorn zu jagen. Es wurden viel höhere Windwerte angegeben als wir in Wirklichkeit hatten. Deshalb wagten wir den kurzen Sprung nach Lerkil. Es blies schon recht frisch und Lotta tanzte auf den Wellen. Mit gereffter Genua erreichen wir einen schönen Speed. Da es schon seit ein paar Tagen bläst, mussten wir  im ungeschützten Bereich mit Seegang rechnen und wählten die Route zu innerst in den Schären, wo die Wellen am kleinsten sind. Dort gab es ein paar spannende Minuten: reicht die Höhe um die rote Tonne backbord zu nehmen, oder reicht sie nicht? Diesmal reichte sie ganz knapp nicht, die zu diesem Zeitpunkt  im Leerlauf mitlaufende Maschine rettete uns aus der Situation, schön wenn man einfach nur Gas geben kann.



Die Ansteuerung von Lerkil kennen wir recht gut, sind wir doch zum dritten Mal hier. Es ist jedesmal spannend, direkt auf die Felsen los zu fahren und erst im letzten Augenblick nach Steuerbord in den Hafen abzudrehen.


Wir liegen jetzt in Lerkil längsseits, Lucien macht  gleich eine kleine Brommie-Tour ins Hinterland und der Apéro ist in Vorbereitung.



Morgen soll der Wind etwas abgeben, im Moment bläst es wieder recht frisch - schön im Hafen zu sein.



Montag, 16. Juli 2012

Starkwindschlag nach Donsö

Was für ein schöner Segelschlag heute! Am Morgen nach dem ausgiebigen Morgenessen, wussten wir nicht recht: sollen wir, oder sollen wir nicht? Der Wetterdienst versprach nämlich für den Nachmittag, für kurze Zeit, nur schlappe 5 Beaufort aus West. (Gestern Abend flogen uns bei Böen von gegen acht Windstärken fast die Teller vom Tisch, am Steg!) Die Windrichtung stimmte heute, ich hatte etwas Bedenken wegen des Seegangs im ungeschützten Abschnitt unseres geplanten Schlags. Aber die Lust zu Segeln gewann die Entscheidung und in kürzester Zeit war Lotta in einem seegängigen Zustand und die Crew bis an die Zähne bewaffnet (Rettungsweste, Lifebelt, Ölzeug und Seestiefel). Das Ablegemanöver gelang mit einer langen Leine auf  dem Nachbarboot ganz ausgezeichnet. Kaum durch den Kanal südlich von Marstrand stand die Genua mit zwei Reffs und Lotta stürmte los. Sie erreichte in den Böen 7.2 Knoten nur mit dem Vorsegel . Ich habe mir natürlich vorher ausgerechnet, dass wir den heutigen Schlag ganz ohne Kurse hoch am Wind schaffen könnten, und es hat auch geklappt. Ein bisschen gezittert haben wir nur einmal, ich hatte den Zündschlüssel des Motors schon fast in der Hand. Mit ein bisschen Hängen und Würgen schafften wir auch die eine, gemeine Tonne ohne Maschinenunterstützung. Die "schwedischen Krokodile" lauerten natürlich wieder hinter den Felsen, die adrenalinreichen Situationen blieben diesmal aus.  Zum Glück sind die Dinger gelb...


Unsere Gäste konnten sich nur kurz erholen, nachher mussten sie 'ran.


Lucien in seinem Element!


Unterwegs erwischten wir einen  starken Schauer (Regen und Böen bis 28 Knoten) aber nach einer Viertelstunde war der Spuk vorbei und der Himmel wieder blau. Die Temperaturen erreichten aber keine sommerlichen Werte.



Den Hafen von Donsö kennen wir gut, wir sind zum dritten Mal hier, es ist immer wieder schön!


Viel Wind auch hier.


Wir liegen jetzt bei der Bleistiftspitze. Liisa zaubert ihre berühmte Lasagne in der Pantry, die wird nicht schlecht werden.
Alles bestens in Donsö.

Sonntag, 15. Juli 2012

Marstrand, eingeweht

Der Wetterdienst hat nicht übertrieben. Seit heute morgen früh steigt die Windstärke kontinuierlich, bei fünf Windstärken haben wir angefangen, bis jetzt erreichten die Böen 25 Knoten und es soll noch zulegen. Wir sind froh, dass wir hier geblieben sind. Einige Schiffe aus der Umgebung mussten offenbar nach Hause - viel Vergnügen!
Am Morgen machten wir eine kleine Radtour durchs Städtchen, viele Kilometer fahrbare Radwege gibt es auf dieser Insel nicht. Lindi probierte auch eine Runde auf dem Brommie und fand es "erstaunlich stabil".
Ganz begeistert kam sie von der Tour zurück und meinte wir müssten unbedingt bis Mittwoch hier bleiben, Russel Coutts himself wurde im RC 44 Sweden Cup als Steuermann angekündigt....
Am Nachmittag versuchten Lucien und ich der morschen, brüchigen Kuchenbude neues Leben einzuhauchen. Gott gebe, dass es klebe...





Die Damen verlassen das Schiff, um sich die verschiedenen Läden auf der Insel anzusehen und kommen beladen zurück.

Im Hafen bläst es recht frisch, Lotta ruckt an den Festmachern und die Neuankommer zeigen zum Teil haarsträubende Hafenmanöver, um nicht zu sagen sie spielen Schiffe versenken. Ich bin froh, dass die Plätze neben uns schon belegt sind, so bleiben wir etwas aus der Schusslinie.



Liisa und ich machen einen Spaziergang zur Carlstens Fästning. Ein Zwischenhalt beim icecream-shop lässt sich nicht vermeiden.





Von oben hat man eine schöne Aussicht auf das wilde Meer und die wenigen Schiffe, deren Besatzungen gut genug sind oder leichtsinnig genug waren, diesen Verhältnissen zu trotzen.



Nicht ohne Grund heisst dieser Leuchtturm "pater noster", beteten die Seeleute in früheren Zeiten jeweils inbrünstig, wenn sie dieses mit Untiefen gespickte Gebiet durchfuhren.


Es gab doch einmal einen Roman "The old man and the sea". (Hemingway, wenn Lindi sich richtig erinnert) Das wäre doch ein passendes Titelbild....


Eben knatterte eine Bö mit 31 Knoten durch den geschützten Hafen, das sind  noch 7 Bf.  Die Festmacher werden luvseitig verdoppelt.



Auf dem offenen Meer gibt's noch ein bisschen mehr....


Samstag, 14. Juli 2012

Marstrand

Die Wetterprognose versprach nicht viel Gutes für die nächsten Tage. Samstag eher flau, Sturm am Sonntag und am Montag... Also entschieden wir uns für Marstrand. Immer eine Reise wert, gut geschützt und für einen möglichen Layday ganz gut geeignet. Unter Motor verliessen wir Göteborg fast als erste. Der Hafen von Lilla Bommen ist sehr eng, wir manövrierten gaaaanz langsam an den ausliegenden Grundgeschirren vorbei ( wir blieben zwei mal hängen...) kamen aber gut aus dem Hafen. Schön wieder auf dem Meer zu sein. Die letzte Brücke von Göteborg.


Am Kai lagen ein paar schöne, alte Traditionsschiffe.


Wir versuchten wirklich zu segeln, allein der gute Wille genügte nicht. Also liessen wir die eiserne Genua arbeiten und erfreuten uns an ein paar interessanten Begegnungen.


Der schöne Dampfer "Bohuslän" überholte uns und funkte voraus, dass er im Kanal die ganze Breite benötige und dass sich die Freizeitboote bitte nicht in den Kanal drängen sollen...


Eng ist er nämlich schon, der Kanal vor Marstrand.


Da es morgen stark blasen soll, ist der Hafen von Marstrand sehr voll.


Hier findet in ein paar Tagen der Sweden Cup der RC 44 statt.


Acht Teams aus verschiedenen Ländern prügeln sich auf  horrend schnellen Rennmaschinen auf den Gewässern vor Marstrand.




Diesem Team konnten wir beim Training zusehen.


Marstrand ist ein idyllischer Flecken.



Die Frauen sind in der Küche am Wüten, während Lucien alle Messer schleift, danke! Es dampft und brodelt - grosse Ereignisse werfen lange Schatten voraus, mmmmmhh.

Freitag, 13. Juli 2012

Göteborg!!

Wir sind durch! Göta- und Trollhätte-Kanal, die sogenannten "Divorce Ditches", sind hinter uns - wir sind noch nicht geschieden. Heute Morgen ging's zeitig 'raus, die letzte Schleuse war um 0900 Uhr Geschichte, und plötzlich waren  nur noch zwei Brücken  - und 50 km - voraus. Der Göta Älv schob mit ein bis zwei Knoten, und wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätten wir das letzte Stück so richtig geniessen können. Leider gab's heute viele harte Schauerböen. Die Brücken, welche immer im falschen Moment aufgingen, zwangen uns zu viel Zirklerei. Bei viel Wind ganz unterhaltsam...

Das waren nicht wir!


Während wir den Wind genau von vorn hatten, konnten die Entgegenkommer segeln...



Da wurde viel Dynamit verbraucht... bei uns auf dem Schiff hat's eigentlich nie geknallt, schön!


Hier machten wir ungezählte Kreise. Die Fritzen von der Brücke hatten, glaube ich, einfach Freude uns etwas zu stressen  (mehrere Böen von 20 + Knoten sorgten sicher für Unterhaltung...)



Göteborg, geschafft! Der Kanal war schön, eine einmalige Sache.


In Göteborg kommen zwei neue Gäste an Bord - zusammen etwa achtzig Jahre Fireball Power! Lindi und Lucien Preuss werden uns in den nächsten Tagen zeigen wie man richtig segelt.



Wir können immer noch etwas dazu lernen!

Unsere Ankunft in Göteborg, verdammt eng. (Bilder Lucien Preuss)




Und zum Schluss noch dies: Früher war nicht alles besser, die Dolendeckel aber sicher schöner!