Samstag, 15. September 2018

Wie Spinnen im Netz - alle Festmacher draussen!

Noch geniessen wir die Ruhe vor dem Sturm. Der Regen hat kurzzeitig aufgehört, aber es ist sehr diesig. Alle Schiffe hängen wie Spinnen in den Seilen.


Die Prognose für die heutige Nacht sieht nämlich so aus:


Die Böen dürften gegen 45 Knoten, Windstärke 9, erreichen, wir gehen aber von wenig Welle im Hafen aus. Horta gilt als sicherer Hafen. Trotzdem: Etwas mulmig ist mir schon. Drückt uns die Daumen!


Freitag, 14. September 2018

Vor uns die Sintflut!

Die ersten Ausläufer des Sturmtiefs sind hier. Es regnet - nicht zu knapp!


Noch ist es fast windstill ...

Mittwoch, 12. September 2018

Wirblige Sache - Hurricanes

Sie sind jetzt also unterwegs: die ersten Hurricanes der Saison und die Yachties - auch  die, welche im Moment eher stationär sind - konsultieren mehrmals täglich die Wetterprogramme. Gelegentlich wird nämlich so ein tropischer Wirbelsturm aus der Bahn geworfen und nimmt Kurs auf die Azoren. Das scheint im Moment der Fall zu sein.


Am Sonntag soll der erste Sturm die Azoren streifen, es werden die langen Leinen und Ruckdämpfer im Hafen ausgebracht, man weiss ja nie, ob sich der Sturm an die Vorhersage hält. Wir bleiben vermutlich vorerst hier, Horta gilt als einer der sichersten Häfen auf den Azoren.

Natürlich müssen wir noch die Rundwanderung um den grossen Vulkan, ein Muss für Faial-Besucher, absolvieren. Zusammen mit der Besatzung der französischen Yacht "Try", Michel und Christine, machen wir uns früh am Morgen auf den Weg. Es ist, so sagt Michel "magnifique", ich kann ihm da nur beistimmen. Hier ein paar Bilder dieser sehr empfehlenswerten Wanderung:

Der Rundweg hat keine nennenswerte Steigung.


Aussicht nach Norden, wir glaubten La Gaciosa zu erkennen.



Wir hatten grosses Glück mit dem Wetter, es gibt oft Nebel hier oben. In der Ferne - der Pico, höchster Punkt Portugals.



Liisa und Christine im intersiven Frauengespräch. Abends sind wir beide geschafft. Einen ganzen Tag lang Französich sprechen ist noch anstrengender als wandern!  :)


Der Blick  in den Vulkan ändert sich ständig, je nach Lichteinfall.




Ja, die Azoren sind wirklich schön!




Wir konnten bei einer nach Faial ausgewanderten Schweizerin sehr günstig ein Auto mieten. So können wir die Insel bequem erkunden. Ich wollte unbedingt das "neue Land" beim Vulkan "Capelinho" noch einmal besuchen und ein paar Bilder vom verlassenen Leuchtturm machen. Als wir das letzte Mal dort waren hatten wir einen Sandsturm, welcher den Aufenthalt sehr unangenehm machte. Diesmal war es richtig gut!

Dieses Gebiet entstand beim Ausbruch des Capelinho 1957, der Leuchtturm wurde aufgegeben, weil er nun am falschen Ort steht. Er wurde ausgeräumt und als Schale erhalten, man kann ihn besuchen.




Das übliche Treppenbild darf nicht fehlen, ich fühle mich jeweils stark an Alfred Hitchcocks Film "Vertigo" errinnert.


Für den Aufstieg wird man mit dieser Aussicht belohnt.


In der Zwischenzeit ist auch Thibault, ein französicher Einhandsegler, von den Cabo Verdes her kommend hier eingetroffen. Wir haben ihn vor einem Jahr auf Porto Santo getroffen. Er hat uns viele Informationen zu den Kanaren gegeben, welche sehr wertvoll waren. Wir haben also reichlich Sozialkontakt, die Insel ist schön und das Städtchen interessant - schauen wir 'mal, was der Sturm so vorhat...

Freitag, 7. September 2018

Ausflug nach Madalena, Pico

Zwischen den zentralen Inseln der Azoren verkehren Fähren wie andernorts Busse. Die Preise sind entsprechend günstig: einfache Fahrt von Horta (Faial) nach Madalena (Pico) pro Person 3.50 €.  Regen droht, als wir schon um 0845 Uhr über den Kai hetzen.

Dramatische Stimmung am Hafen von Horta, im Hintergund der Pico.


Im strömenden Regen geht es über den Kanal zwischen den Inseln, kaum sind wir auf Pico, wird das Wetter besser.


Ein paar Yachten liegen in der Bucht.



Unser Frühstück: Milchkaffee und ein wunderbares Brötchen mit eingebackener Tomatensauce und Chorizo (eine Art Salami).


Wir wandern der Küste entlang, das Weinbaugebiet - UNESCO-Weltkulturerbe - interessiert uns. In einem niedlichen Fischerhafen steht diese kleine Kapelle. Das rote Licht auf dem Dach ist ein Ansteuerungslicht für die Boote.


Die Küste verrät den vulkanischen Ursprung auch dieser Azoreninsel: Lava soweit das Auge reicht.



Ähnlich wie in Lanzarote müssen auch hier die Weinreben mit Steinmauern geschützt werden, hier erhält aber jeder Rebstock seine eigene viereckige Einzimmerwohnung.



Immer wieder treffen wir auf nette Renovationsobjekte. Wo die Feigen gedeihen, kann das Leben doch nicht schlecht sein?


Liisa prüft ob die Feigen schon reif sind. Ob sie wohl widerstehen kann, die Feige auch zu probieren?


Den Wein müssen wir auf jeden Fall prüfen: er gefällt uns! Schön frische Säure und angenehm fruchtig.


Auf dem Heimweg fährt die Fähre nahe bei Liisas Lieblingsfelsen vorbei, die Spalte in der Mitte ist  auffällig.


Unser Lazy-Bag, die Abdeckung fürs Grosssegel, ist am zerbröseln und kann nicht mehr repariert werden. Der Stoff fällt schon beim Anfassen auseinander. Luís und Sofia, die lokalen Segelmacher, zaubern innerhalb von drei Tagen einen Klon in Topp-Qualität an den Baum. Der Preis ist mehr als anständig - alle sind zufrieden. Die Zwei kann man begeistert weiter empfehlen!



Mittwoch, 5. September 2018

Neue Ankerboje

Endlich haben wir sie gefunden: eine Ankerboje in der richtigen Grösse!


Montag, 3. September 2018

Nach dem Regen...

...manchmal sieht man den Humor erst nach dem Regen!


Sonntag, 2. September 2018

Die Walfabrik von Horta

Die Azoren waren schon immer mit dem Walfang verbunden. Die Wale wurden zur Gewinnung von Öl und Fleischmehl gejagt, welches nach Deutschland  und Italien verkauft wurde. Das Mehl diente als landwirtschaftliches Düngemittel. Es wurden vor allem Pottwale verarbeitet, welche als Zahnwale bezeichnet werden. Sie können sehr tief tauchen (über  1000 m) und ernähren sich von grossen Kalmaren und Fischen, sind also Raubtiere. Männchen werden 15 - 20m lang und gegen 50 Tonnen schwer.

Bild: Geo-Magazin

Bildergebnis für Pottwal


















Mit solchen schmalen Booten wurden früher Wale gejagt. Die Harpune wurde von Hand geworfen, das riesige Tier zuerst ermüdet und dann von Hand getötet - Mut hatten die Kerle schon!


Heute werden mit den traditionellen Booten nur noch Ruderregatten gefahren, gut so.



In Horta wurde die alte Walfabrik in ein Museum umgebaut. Von 1942 bis 1975 wurden hier 1940 Pottwale industriell geschlachtet. Die Fabrik war seinerzeit auf dem Stand der Technik: Die Fleischmühlen wurden aus Norwegen, die Motoren aus Deutschland importiert. Der Gestank soll unbeschreiblich, die Bucht rot vom Blut gewesen sein und die darin herumtreibenden Schlachtabfälle  haben viele Haie angezogen. In der Mauer ist die Öffnung, durch welche die Walkadaver mit Seilwinden in die Fabrik gezogen wurden, gut zu sehen.


Heute riecht es hier wieder gut, das Wasser ist sauber und recht warm. Wir besuchen die Praya do Porto Pim fast täglich.