Donnerstag, 21. April 2016

Lotta gibt Gas

Wir hatten heute nur einen kleinen Schlag nach Helsingör vor uns. Am Morgen wollten wir  uns etwas Zeit lassen, schliesslich hat Liisa noch ein Projekt in Arbeit...


Der Wetterbericht erzählte etwas von abflauenden Winden um die Mittagszeit, also verliessen wir Rungsted um zehn Uhr. Wir setzten nur die Genua und erwarteten einen netten Schlag in den Norden. Der Wind flaute natürlich nicht ab, sondern nahm zu und drehte nach Nordwesten (höher), so dass uns Lotta wieder einmal zeigen konnte, dass sie fast alles kann. (Lotta kan nästan allting) Es überrascht uns wirklich, dass sie auch Böen bis 27 Knoten ganz easy wegsteckte und auch mit doppelt gereffter Genua immer noch locker 6.5 Knoten auf der Logge hatte. Als wir einmal kurzzeitig anluven mussten, fand Lotta, sie könne durchaus bei 45 Grad am scheinbaren Wind immer noch über fünf Knoten laufen, und dies mit einer halben Genua. Um es kurz zu fassen: wir hatten alle drei unseren Spass, bei diesem schönen Wetter umso mehr!

Liisas Lieblingsinsel Ven verschwindet hinter uns.


Helsingør kommt rasch näher



Die Kronborg


Zwischen vielen Fähren flutschten wir nur so durch, wir wären unter Motor eher langsamer gewesen. Es hat uns natürlich schon gefreut, dass wir so locker durch dieses vor lauter Grossschiffen
wimmelnde Gebiet durchsegelten. Hätten wir uns vor ein paar Jahren noch nicht getraut!

Nach einem spannenden Anlegemanöver mit viel Seitenwind, liegt Lotta im Hafen von Helsingör - alles gut gegangen.


Mittwoch, 20. April 2016

Brommie-Tour im Frühlingswald

Unsere Brompton-Falträder - liebevoll "the brommies" genannt - entwickeln sich immer mehr zu unserem Lieblings-off boat-Spielzeug. Was haben uns die Räder schon für Ausflüge ermöglicht! So auch wieder heute: wir wollten eigentlich nur ins Dorf ein paar Sachen einkaufen, waren dann aber in einem sehr schönen Frühlingswald zwei Stunden ins Nachbardorf unterwegs, was wir sehr genossen. In der Nähe des Hafens gibt es ein Monument, welches eine tolle Aussicht bietet.





Statt ins Dorf, fahren wir in den Wald.



Dort treffen wir den zaghaften Frühling



Ein paar Blümchen hat es auch


Der Bach erwacht langsam zum Leben


Meine Lieblingsfrau ist ganz zufrieden, nach dem eher frischen Schlag nach Rungsted kann sie sich auf dem Rad austoben und hat endlich wieder warm...


In Vedbaek gehen wir einkaufen, ein paar Grundnahrungsmittel, Mozzarella, Hefe und Rotwein - das tönt doch verdächtig nach, richtig: Pizza, Juhu!!

Auf dem Heimweg fahren wir an der Kopenhagener Goldküste entlang, es gibt hier wunderschöne Häuser, zum Teil aber auch exzentrische Bauten. Zum Beispiel dieses Haus: eigene Sternwarte inklusive.


Morgen fahren wir vermutlich ein ganz kleines Stück nach Helsingör, der Winter soll über's Wochenende zurückkommen. Der Norwegische Wetterdienst - der anerkannt Beste in der Gegend - hat im Wetter-Piktogramm Schneeflocken abgebildet, das kann ja heiter werden. Es soll aber am Dienstag deutlich wärmer und sonnig werden, we'll see, da müssen wir durch :-)

Dienstag, 19. April 2016

Im Louisiana Museum

Heute wählten wir die faule Tour und nahmen den Bus ins Museum, zum Radfahren war es zu kalt und windig. Das Museum heisst "Louisiana" weil der Gründer-Mäzen offenbar drei Frauen (nacheinander!) hatte, die ihm wegstarben und alle Louise hiessen. Trotz des traurigen Anlasses seiner Gründung ist nur schon die Anlage einen Besuch wert.



Das Gebäude liegt in einem Park, viele Fenster der Ausstellungsräume stellen die Landschaft in einen Rahmen und integrieren sie so zum Gesamtkunstwerk.


Auf seine grosse Giacometti-Sammlung ist das Museum besonders stolz. Im Bild oben: links Liisa, rechts Giacometti


Die Ausstellung, welche wir besuchten heisst "eye-attack" und zeigt wichtige Werke der Op-Art Bewegung, einer graphischen Kunstrichtung, welche  Auge und Hirn mit gemalter Dreidimensionalität überlisten will.



Liisa hat ein Motiv für einen neuen Quilt gefunden:



Die Bilder sind zum Teil grossformatig...


...oder suggerieren Bewegung (anklicken, dann werden die Bilder gross)


Mir war nach zwei Stunden ziemlich "spaced out" zumute, ob's am Licht lag?



Hier ein Bild in eigener Sache: Yours truly hart an der Arbeit.



Montag, 18. April 2016

Rauhe Fahrt nach Rungsted

Der Wetterbericht sprach ja schon von 5 Windstärken, eigentlich dürften wir uns nicht beklagen. Aber von den Hammerböen bis fast 7 Windstärken hat er nichts gesagt. Nun, es ist April, da ist die frische Temperatur von 6 Grad in diesen Breiten normal, aber in Kombination mit viel Wind doch recht bissig. Bei eitel Sonnenschein fuhren wir in Dragör aus dem Hafen.


Auf der Höhe von Kopenhagen kamen dann die starken Böen, dem Autopiloten überliessen wir das Steuern nach einem fast-Sonnenschuss nicht mehr, also musste der Alte ans Steuer. Ein wenig angewöhnen musste ich mich schon...


Lotta fand das alles ganz lustig, bei jeder Bö sprang sie fröhlich an, krängte ein wenig und stürmte los. Einmal hatten wir sogar 7.5 kn auf der Logge.


Liisa hatte die Navi wie immer im Griff, heute wollte sogar sie die Segel etwas reffen: Wir hatten ein Reff im Gross, zwei  Reffs in der Genua. Den Speed reduzierte das nicht wesentlich, das Schiff krängt dafür viel weniger, liegt besser auf dem Ruder und das Material wird viel weniger beansprucht.



Nach diesem kurzen Spurt nach Rungssted  waren wir recht "erfrischt" und sehr froh, für unser Nickerchen in die warme Koje kriechen zu können. Morgen geht's vermutlich ins Louisiana Museum, das Museum für moderne Kunst in der Kopenhagen Region, ein Museum von Weltruf.

Übrigens: Auf dieser Tour bin ich noch kein einziges Hafenmanöver gefahren, Madame macht sich!

Sonntag, 17. April 2016

Sonntagsspaziergang in Dragör

Es ist kalt und windig heute Morgen. Wir heizen erst einmal eine halbe Stunde, aber als die Sonne 'rauskommt steigt die Temperatur in der Kuchenbude (unser Solarium), so dass einem ausgedehnten Frühstück nichts im Wege steht.



Dragör ist immer wieder schön, ein richtig niedlicher Flecken.


Mein Biertransporter...


So richtig frühlingshaft ist es allerdings noch nicht, auch wenn die Gänse ihre Jungen ausführen. Die Eltern waren zwar wachsam, aber freundlich. Ich konnte recht nahe an die Kleinen herankommen, bis sie von den Alten von mir wegdirigiert wurden.


Wenn guter Geschmack und Geld sich finden...


Ein Hoch auf isolierte Kapuzen...


...und auf der Lotta gibt's eine Diesel-Heizung! Morgen wollen wir nach Rungsted, der Wind sieht ok aus, wärmer wird es nicht.

Samstag, 16. April 2016

Fahrt im Nebel nach Dragör

Heute Morgen hatten wir beim aufstehen Nebel dick wie Erbsensuppe. Da nicht besonders viel Wind angesagt war, beschlossen wir trotzdem auszulaufen und unseren Radar zu testen. Es ist schon toll, was die heutige Navigationselektronik alles kann, wir fühlten uns sicher und wussten immer genau wo wir waren, bzw. wo sich die Seezeichen und (wenigen) anderen Schiffe befanden. Wir können das Radarbild auf der Karte überlagern oder die zwei Bilden nebeneinander stellen, das sieht dann so aus:


Die Frage nach einem Totalausfall dieser Systeme stellen wir uns lieber nicht.... Natürlich geben wir, wie es gute Seemannschaft verlangt, auch regelmässig Schallsignale.


Liisa geniesst ihr neues Spielzeug: mit WLAN können alle navigatorischen Informationen auf unser Tablet übertragen werden. Wir können auch die Einstellungen am Plotter vom Tablet aus vornehmen. Dies ist besonders bei Kälte angenehm. Der Autopilot steuert und wir können unter der Sprayhood im "Warmen" sitzen und haben trotzdem alles im Griff.


Nur Einkaufen müssen wir noch selbst, da hilft keine Elektronik. Aber ein Spaziergang im alten Hafen ist jedes Mal schön!


Wir kriegten unterwegs auch noch richtig schönen Segelwind, nicht ganz aus der versprochenen Richtung, wir mussten etwas kreuzen, aber das soll ja gelegentlich auch geübt werden. Die paar Wenden haben recht gut geklappt, wir kamen dann etwas später, aber ganz zufrieden, im Hafen von Dragör an.

Freitag, 15. April 2016

Im Experimentarium

Heute besuchten wir mit Isabella das Experimentarium in Kopenhagen, eine Art "Technorama". Dort gibt es wissenschaftliche Experimente für alle Altersgruppen. Isabella ist ein Technik-/Naturwissenschafts-Nerd, sie liebt solche Experimente über alles. Als Höhepunkt gab es eine Erklärung über's Gehirn, eine anatomische Sektion des Gehirns eines Schweines inklusive. Isabella war fasziniert! Natürlich gab es auch die üblichen Seifenblasen-Spiele. Hier ist Isabella ganz in einer riesigen Seifenblase gefangen....


Ich habe mir ein neues Spielzeug gekauft: Ein professionelles Bildbearbeitungsprogramm, welches unendliche Möglichkeiten eröffnet. Nicht einfach, damit zu arbeiten ohne dass die Bilder unnatürlich wirken, aber ich lerne täglich mehr. Hier die ersten Versuche mit RAW-Aufnahmen. Kopenhagen ist einfach eine tolle Stadt.




Bis auf den Einbau des Sateliten-Telefons (Iridium) ist das Boot jetzt fertig ausgerüstet. Mike hat sein Ingenieurs-Händchen eingebracht, jetzt muss es einfach gut sein! Wir planen morgen nach Dragör zu fahren, die Windprognose sieht gut aus, das Wetter weniger. Ist ja nicht weit...