Freitag, 4. März 2022

An Bord (und doch an Land....)

Die erste Nacht auf der Lotta war wunderbar, im eigenen Bett schläft es sich einfach am besten. Den Kaffee am Morgen im Cockpit genossen wir ausgiebig. Vieles konnte gereinigt und überprüft werden, das Löttchen macht  einen viel besseren Eindruck als vor ein paar Tagen. 
Das Wetter ist am Tag angenehm warm (20°C), nachts geht es aber auf  8°C hinunter, sodass am Abend die Heizung zeigen musste, was sie kann.

Es fehlten die Anoden für den Propeller, die Werft jammerte schon von Lieferfristen... da fanden sich doch genau die richtigen Teile auf der "Lotta", offenbar habe ich einmal weit voraus geplant. Wenn es nicht so stark blasen würde, wären wir eigentlich für den "big splash" bereit. Jetzt kommt aber das Wochenende und unser Krantermin ist für Montag gebucht. Wir leben also die nächsten Tage noch in luftiger Höhe - man gewöhnt sich schnell daran.


Unsere Aussicht aus dem Cockpit.


Übers Wochenende versuchen wir die verschimmelte Kuchenbude zu reinigen, damit ihr der Segelmacher etwas "loving care" zukommen lassen kann - vielleicht ist sie ja noch zu retten.

Die ersten Tage in Lagos wären ohne die grosszügige Gastfreundschaft der "Alomas" deutlich weniger angenehm gewesen. Wir durften in ihrem schönen Haus wohnen und wurden richtig verwöhnt! Und ein bisschen wandern musste ich natürlich auch.


Und zum Schluss noch dies: Ich hab' von weitem wirklich geglaubt, Liisa sässe nicht allein im Bushäuschen!





 

Dienstag, 1. März 2022

Lissabon/Lagos

Wir sind in Portugal. Von Kopenhagen aus ging es direkt nach Lissabon. In dieser charmanten Stadt müssen wir  einen kurzen Zwischenstopp einlegen, es braucht einfach etwas Zeit um von der nordischen Einöde im südländischen Trubel anzukommen. Die Altstadt hat ihren eigenen Charakter und die rumpelnden Trambahnen faszinieren mich jedes Mal wieder.







Blick über die Altstadt, die "Alfama":


Hier werden die Feste gefeiert, wie sie fallen - und anschliessend wieder aufgeräumt. Am Samstagmorgen kommt die Stadtreinigung und lässt alles wie von Zauberhand verschwinden.



Der Blick von unserem Hotelzimmer - mehr Lissabon geht nicht!


Nach einem Tag müssen wir weiter in den Süden nach Lagos. Den "Park der Nationen", welcher gleich beim Bahnhof "Oriente" liegt, wollen wir  besuchen, bevor wir auf den Zug hüpfen. Die Parkanlage wurde nach Ende der Weltausstellung eingerichtet.

Die "Müllkatze" ist immer noch hier:


Lissabon kann auch modern.


Die grosse Arena wurde in den letzten zwei Jahren offenbar kaum bespielt....



Wir besuchen die Marina, welche hier ganz in der Nähe liegt und stellen erfreut fest, dass der Hafen neu ausgebaggert wurde. Vieles ist renoviert, die Restaurants sind in Betrieb und wir spüren, dass der ganzen Gegend neuer Schwung verliehen wurde. Letztes Mal machte vieles einen verlotterten und heruntergekommenen Eindruck - schön scheint es wieder aufwärts zu gehen. 

Vier Stunden später sind wir in Lagos wo wir von den "Alomas" abgeholt werden. Wir haben Roswitha und Walter vor fünf Jahren hier kennen gelernt und sind viele Meilen zusammen gesegelt. Wir dürfen bei ihnen wohnen, bis die "Lotta" wieder bewohnbar ist.

Von der "Lotta" gibt es nicht viel Gutes zu berichten. Sie steht vor Dreck und die versprochenen Arbeiten wurden nur zum Teil erledigt - da ist noch etwas Geduld angesagt...

Zum Trost machen wir eine schöne Wanderung an der Westküste, die spektakuläre Landschaft macht vieles wieder wett. 









Montag, 7. Februar 2022

Kaum zu glauben - es geht weiter!

Wir haben einen Flug nach Lissabon gebucht und der Werft in Lagos den Auftrag für die nötigen Arbeiten erteilt - es geht Anfang März wieder los. Ab Mitte März geht es der Küste entlang wieder nordwärts. Wir werden es sehr gemütlich nehmen und wollen uns nicht unter Druck setzen. Zwei Monate haben wir Zeit, schauen wir wie weit wir in dieser Zeit kommen. Ich freue mich Sie, liebe Leser, wieder dabei zu haben.




Sonntag, 31. Mai 2020

Der Mensch denkt - Corona lenkt

Uns läuft die Zeit davon. Wir sollten jetzt schon in Nordspanien sein. In der Zwischenzeit haben sich die nördlichen Winde etabliert, zusammen mit einer vorherrschenden Südströmung wird der Weg in den Norden immer beschwerlicher. Viele in Lagos liegende Crews entschliessen sich, die Fahrt in den Norden auf nächstes Jahr zu verschieben. Ein wesentlicher Vorteil des Hierbleibens liegt darin, dass Lagos einer der schönsten Orte an der Algarve ist. Die Werft, welche die Trockenplätze betreibt ist sehr qualifiziert, zuvorkommend, sehr sicher  und auch einigermassen bezahlbar. Man kann das Schiff hier auch längere Zeit an Land lassen...

Unsere Pläne für dieses Jahr wurden - wir sind ja nicht die Einzigen - über den Haufen geworfen. Wir wollten "Lotta" in Frankreich aus dem Wasser nehmen, im Norden ein Haus kaufen und nächstes Jahr nach Deutschland weitersegeln. Wenn wir jetzt losssegeln könnten, kämen wir sicher unter Zeitdruck, das wollen wir nicht! Und wenn die "Gelegenheit" anklopft soll man die Türe aufmachen und sie hereinbitten.  Die Gelegenheit kam in Form eines Traumhauses. Also stellen wir die Planung um: "Lotta" kommt in Lagos aus dem Wasser und bleibt bis nächsten Frühling hier. Dies gibt uns die Gelegenheit im Norden in unserem Haus zu überwintern und nächsten Frühling von Lagos aus rechtzeitig loszusegeln - sozusagen den Kuchen zu essen und gleichzeitig zu behalten!

Lottas Reise bekommt also nochmals einen längeren Unterbruch, im nächsten Frühling geht's weiter.

So schön blühen die Bäume hier.


Den Portugiesen kann man während der Coronazeit nur die allergrösste Disziplin attestieren! Die Menschen halten sich vorbildlich an die Regeln, bleiben dabei freundlich und rücksichtsvoll.
Nachts leuchtet die "message" an  der Zugbrücke - "unidos", zusammen. Nur so geht's!


Der erste Restaurantbesuch. Nach erfolgter Bestellung dürfen wir uns "demaskieren".



Kaum angeschlagen müssen die Segel schon wieder 'runter, tut schon weh...


Wir haben aber einen spannenden Sommer und einen (hoffentlich!) gemütlichen Winter vor uns und im nächsten Frühling wollen wir diese Aussicht wieder geniessen, bevor wir dann wieder auf den Atlantik hinaus segeln.



Liebe Leser, bleiben Sie gesund!

Sonntag, 10. Mai 2020

Endlich segeln!

Portugal erlaubt "daysailing", d.h. ausländische Boote dürfen den Hafen verlassen und in den selben Hafen zurückkehren - immerhin. In der Marina bricht Begeisterung aus, deshalb wird von den britischen Booten ein Flotilla-Segeln organisiert. Pünktlich um 1130 Uhr verlassen 22 beflaggte Boote den Hafen durch die Zugbrücke. Obwohl es durch technische Probleme eines der Boote an der Spitze zu einem Stau im Kanal kommt, geht alles glimpflich vonstatten.

Les, der Flotillen-Admiral.



Die Brücke ist offen!


Viele Boote im Kanal


(Bild: Jacqueline H.)

Wir meiden den Trubel und reihen uns als Letzte ein.


(Bild: Jacqueline H.)

Kaum vor dem Hafen gilt: ein Boot ist segeln, viele Boote ist Regatta


Happy wife...


Wir versuchen mit der "Okoumé" mitzuhalten, was schon rein technisch nicht möglich ist.


Länge läuft... Dicke auch!



(Bilder SY Okoumé)

Auch von achtern ein schöner Anblick.


(Bild: SY Eclipse)
Schön, die Punta da Piedade von See aus zu sehen.


Ein herrlicher Segeltag mit perfektem Wind, der zum Abschluss auch noch sonnig wurde - Top!

Donnerstag, 7. Mai 2020

Wir dürfen wieder 'raus!

Der Lockdown wird ein bisschen gelockert. Daysailing und Sport am Strand sind wieder erlaubt!
Die Boote im Hafen werden zur Feier des Tages beflaggt.

 

An den Strand darf man um Sport zu treiben, sonnenbaden ist weiterhin verboten. Wer war wohl als Erste im Wasser?


Als Allererste!!


Freitag, 1. Mai 2020

Yoga? Yoga!

Liisa geniesst schon seit Jahren ihre Yogaübungen. Für mich waren diese Verrenkungen eher seltsam, ich redete mir ein, Yoga sei für kleine Mädchen und Warmduscher. Um während der Quarantäne wenigsten etwas Bewegung zu bekommen, liess ich mich breitschlagen an den morgendlichen Yoga-Sessions, welche Liisa zusammen mit einem sehr routinierten holländischen Paar zelebrierte, teilzunehmen. Ich werde Ihnen, liebe Leser, die qualvollen Details meiner ersten drei Wochen als "Yogi" ersparen. Ich weiss jetzt mehr über weissglühende Schmerzen und rotglühende Beschämung,  als ich jemals wissen wollte! Einziger Lichtblick: Fortschritt ist erkennbar. Die Gelenke lassen sich besser dehnen, die Rückenwirbel knirschen deutlich weniger und ich weiss jetzt, dass es in meinem Körper Muskeln gibt, welche ich nur aus dem Anatomieunterricht kannte. Die tun allerdings immer noch weh! Dafür konnte ich die Übung "Baum" schon zwanzig Sekunden halten, und dabei auf einem Bein stehen - boah bin ich stolz!

Trotz allem sieht es immer noch nach Altersturnen für Elefanten aus.


Wir befinden und weiterhin im vollen Lockdown. Diese Bilder nahm ich auf dem Weg zur Apotheke auf. So leer sieht man die Altstadt von Lagos sonst nie.



Dieses Graffito fand ich an einem Elektroschaltkasten. Nein, "übel" ist unsere Situation ganz und gar nicht.


So "überfielen" wir unseren Lieblings-Lidl vor ein paar Tagen. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung trägt in den Läden, wo man sich näher als nötig kommt, Masken.